Manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass im Internet nur mit personenbezogener Werbung Geld zu verdienen ist, also nur mit dem Weiterverkauf von Nutzerdaten. Dass dem nicht so ist belegt eine Welle vielversprechender Startups – mit einem verblüffend alten Geschäftsmodell.
Quelle: computerwoche.de
Lange bevor Facebook-Managerin Sheryl Sandberg kurz vor Facebooks historischem Börsengang um die Welt jettete, um allen noch schnell zu erklären, dass das weltweit größte soziale Netzwerk eigentlich eine Business-Plattform sei und allein in Europa einen Mehrwert von 15,3 Milliarden Euro schaffe – gemessen an Europas wirtschaftlichen Problemen sei Datenschutz ja wohl das kleinere Problem – lange vor dieser Zeit sorgte schonmal eine Business-Plattform für Schlagzeilen: eBay. Das Online-Auktionshaus bot Privatmenschen und Kleinunternehmen etwas, das auch heute noch für den Erfolg von Facebook und anderen Internet-Startups entscheidend ist, nämlich Reichweite.
Garantiert die Präsenz auf allen digitalen Kanälen einer Marke Erfolg, oder ist das Web jetzt dead und man sollte doch wieder verstärkt auf analoge Markenerlebnisse setzen? Nach einem Grußwort von Frau Prof. Dr. Gesine Schwan wurde dieser Frage in drei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion beim 4. Club der Markenfreunde am 26. Januar in der Humboldt-Viadrina School of Governance nachgegangen. Die Experten waren sich einig: Nicht der Grad der Digitalität ist entscheidend, sondern wie es Marken gelingt, Inhalte erlebbar zu machen.
In Kürze folgen Videointerviews mit Referenten und Teilnehmnern, jedoch vorab ein erster Eindruck über die Themen, die vorgestellt und diskutiert wurden:
Alexander Schlaubitz, Head of Customer Marketing (EMEA) von Facebook, erläuterte den Wechsel vom Technik und Logik dominierten Internet hin zum sozialen, menschlichen Web in dem Menschen ihre eigenen „Dörfer“ kreieren und es vor allem darum geht, bessere Beziehungen zu schaffen.
Dr. Adrian Kiehn begründete die Rolle des Fashion Department Store als Königsdisziplin im neo-analogen Raum sowie die Renaissance der Marktplätze und deren Bedeutung für moderne Kaufhaus-Konzepte
Eine Erkenntnis, die auch laut Christiane Wenhart, Geschäftsführende Gesellschafterin von Musiol Munzinger Sasserath, bei der Inszenierung von Marken häufig zu kurz kommt: denn digital ist nicht automatisch besser – es geht viel mehr darum, positive Markenerlebnisse zu ermöglichen, für die sich im Digitalen viele neue Möglichkeiten ergeben.
Interessante Perspektiven, aber gleichzeitig eine einhellige Meinung: am Ende zählt der Mensch und sein Erleben von Marken.
Wir danken allen Referenten und Gästen ganz herzlich für ihr Kommen!
Vor einiger Zeit war Dr. Mark Speich, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland, zu Gast bei MMS macht Schule!. Mit ihm haben wir über die Rolle und Funktion von Stiftungen in unserer Gesellschaft gesprochen, die “Denkfehler” im (deutschen) Stiftungswesen beleuchtet und uns genauer angesehen, welchen Weg die Vodafone Stiftung beschreitet.
Aus den beobachteten Trends und Entwicklungen ergeben sich drei große Herausforderungen für Telekommunikationsunternehmen:
OPENING UP
Um künftig mit dem dynamischen und innovationsgetriebenen Telekommunikationsgeschäft Schritt halten zu können, ist es für Telekommunikationsanbieter weltweit unerlässlich, sich auf unterschiedlichsten Ebenen weiterhin zu öffnen. Die Öffnung muss weit über das Initiieren eines Austausches mit Kunden hinaus gehen. Sie muss sich in einem Wandel der eigenen Haltung und des Denkens manifestieren, der sich auf die Geschäftsmodelle ebenso auswirkt wie auf die unternehmensinternen Strukturen und Prozesse. Beim diesjährigen Telco Summit haben wir bereits vielversprechende Ansätze gesehen, nun gilt es, die partiellen Einzellösungen, sei es im Bereich Smart Home, Cloud Services oder Mobile Payment, in eine Gesamtstrategie zu überführen.
GIVING BACK
Der Zugang zu Telekommunikationsservices ist bereits heute entscheidend für Wissen und Bildung. Die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen auszutauschen und zu vernetzen ist zentral für den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt in vielen Entwicklungländern. Telekommunikationsanbieter müssen sich ihrer Rolle als Motor der Gesellschaft bewusst werden und entsprechend verantwortungsvoll handeln. Neben einer Verstärkung des Engagements, speziell im Bereich Bildung, aber auch allgemein in der Gestaltung technologischen und gesellschaftlichen Fortschritts, ist auch ein neues Verständnis von Engagement nötig. In der Zukunft wird wahres Empowerment darin bestehen, Menschen dabei zu unterstützen, sich auf lokaler, persönlicher Ebene zu engagieren und damit einen relevanteren und vor allem nachhaltigeren Beitrag zu leisten.
CREATE NEW VALUE, CLAIM CLOUD
Um Innovationen hervorbringen oder anbieten zu können, müssen Telekommunikationsanbieter künftig noch stärker mit Anbietern aus anderen Disziplinen kooperieren. Das Thema Cloud bietet hier ein enormes Potential. Als Netzwerkbetreiber können sie offene, herstellerübergreifende und damit nutzerfreundlichere Lösungen anbieten – wie es beispielsweise die Deutsche Telekom mit ihrer Connected Living-Plattform anstrebt – und sich dadurch von vielen Hard- und Softwareherstellern abgrenzen, die Menschen geschlossene Systeme auferlegen, um ihnen immer neue Geräte, Services und Applikationen verkaufen zu können.
Neben der Entwicklung eigener Innovationen wird Telekommunikationsanbietern aufgrund ihrer Schnittstellen-übergreifenden Position künftig eine Kuratorenfunktion zukommen. Ihre Aufgabe wird es, Informationen über neue Technologien in leicht verständlicher Weise bereitzustellen, so dass sich Menschen besser zurecht finden.
Mehr als 100 Slides, vollgepackt mit aktuellen Trends und Entwicklungen aus 15 Märkten. Der 2011 Telecommunication Trend Report, basierend auf den Beobachtungen und Erkenntnissen des Berlin Telco Summit 2011, ist fertig.Hier eine Zusammenfassung von Teil eins, den diesjährigen Trends.
Gestern Abend lud „Das Meisterstück“ zur Baustellenparty ein. Das „innovative Gastronomiekonzept“ ist die konsequente Weiterentwicklung von Bio und regional.
Baustellenparty passt. Das klingt nach ehrlicher Arbeit. Da wird zugepackt und angerührt. Da macht man sich die Hände schmutzig und liefert: Saubere Arbeit. Handwerk eben. Darum soll es an diesem Abend gehen.
Warum eine Leberwurstmarke nicht “Leberwurst” heißen darf – eine Fußcreme aber schon – und warum Volkswagen sich trotzdem “Das Auto” nennt. Dr. Wolf von Bernuth führte uns am Halloweenabend in die gar nicht so gruselige Welt des Markenrechts ein. Von Julia Langer
Mit den Worten „Schlaue Köpfe behaupten oft, man teilt die Menschheit in zwei Gruppen – die Juristen und die Nicht-Juristen.“ eröffnete Rechtsanwalt Dr. Wolf von Bernuth seinen MMS Schulvortrag. Dementsprechend stellten wir uns mit höchster Konzentration auf eine Rechts-Vorlesung erster Klasse ein – und wurden nicht enttäuscht.
Die überwiegende bzw. zumindest die publizierte Meinung der Medien und der Experten damals war, dass Agentur und Bahn die Angelegenheit ganz schön vergurkt hätten (zum Nachlesen bitte einfach mal googeln). Die Kritik bestand einerseits darin, dass die Bahn unerhörterweise über Facebook Tickets verkaufen wollte, statt über Verspätungen und Stuttgart 21 zu verhandeln. Stuttgart 21 und Verspätungen wurden von den Fans natürlich trotzdem diskutiert, was dann andererseits als großes “PR-Debakel” bewertet wurde.
Im Rückblick ein Jahr später sieht die Jury in der Kampagne dann jedoch einen Erfolg. Der Film zur Kampagne war einer der erfolgreichsten Virals im letzten Jahr, 52.000 Fans wurden rekrutiert und – unerhört! – 145.147 Tickets im Wert von 3.628.675 € verkauft. Und im Anschluss an die Aktion bewerteten 97% der befragten Facebook-Fans die ganze Angelegenheit positiv. (Quelle: Fallbeschreibung Chefticket)
Und nun warten wir gespannt auf den Shitstorm zum Chefticket-Effie!
Bereits vor zwei Wochen wurde auf der Social Media Week über “digital als Infrastruktur” diskutiert und auch in der aktuellen W&V geht es um genau dieses Thema. Hier haben sich in Folge des Interviews mit Amir Kassaei zahlreiche Chefs von Digitalagenturen gemeldet und Veto eingelegt. Wird digitale Kommunikation also noch als Medium verstanden oder schon längst als Infrastruktur. Oder ist es beides?
Und kann man dann noch zwischen analog und digital klar trennen? Die Antwort von Horst Wagner, Vorstandsvorsitzender, CEO und CFO der Pixelpark AG, bei MMS macht Schule! war ganz einfach: “Es gibt kein digital! Alles ist digital!” Diesen Beitrag weiterlesen »
Mit den Gesprächen des Berlin Telco Summit 2011 im Kopf lässt sich der sensationelle Wahlerfolg der Piratenpartei in Berlin nur auf eine Weise deuten: Das Internet ist ganz oben auf der gesellschaftlichen Agenda angekommen – eine historische Chance für Telekommunikationsunternehmen, sich neu zu erfinden.
Quelle: cicero.de
Telekommunikationsabieter und Parteien haben so manches gemeinsam. Beide haben mit dem Image zu kämpfen, groß, alt und schwerfällig sein. Von Elfenbeintrumdenken ist die Rede und davon, dass vor lauter Bürokratie und Systemzwang der Kontakt zu den Menschen verloren geht. Doch es findet ein Umdenken statt, bei den Parteien wie bei den Telekommunikationsanbietern, was sich allein daran zeigt, wie stark digitale Kanäle im Wahlkampf oder im Kundenservice inzwischen genutzt werden. Diesen Beitrag weiterlesen »